Erlöst? Von was??

Erlöst? Von was??

Ok, Jesus ist gestorben. Aber warum eigentlich?

Jesus Christus ist auf die Welt gekommen um uns zu erlösen. Schnell stellt sich da die Frage: „Von was hat er uns denn überhaupt erlöst?“. Viele Juden zur Zeit von Jesus glaubten (darunter übrigens auch viele seiner Jünger), dass der Messias (also der Gesalbte; der Erlöser) sie von der Unterdrückung der Römer mit Waffengewalt befreien wird. So folgten auch sehr viele Menschen Jesus, da sie in Ihm diesen Erlöser sahen. So kam es z. B. auch zu sehr großen Menschenaufkommen bei Ereignissen wie der Bergpredigt oder dem glorreichen Einzug nach Jerusalem.

Schnell wechselte die Stimmung gegen Ihn, wenn er andeutete, dass Er nichts von Waffengewalt hält und geistige Dingen den Vorrang gibt. Aufgestachelt von den Pharisäern brachte das Volk Ihn sogar um. Hat Jesus also seine Mission verfehlt?
Nein, ganz und gar nicht: Denn Er ist in erster Linie nicht gekommen, um uns von weltlichen Dingen zu erlösen (also von den Römern), sondern von den Sünden, allen voran der Erbsünde und der schweren Sünden (auch Todsünde genannt).

Doch was ist Sünde eigentlich? Dazu ein sehr gutes und kurzes (5 Minuten) Video vom „3MC“ von Kaplan Johannes Maria Schwarz:

Ich denke, dieses Video zeigt sehr gut, was die schwere Sünde ausmacht. Um diese Verletzungen in der Beziehung zu Gott wieder gut zu machen (und natürlich die der Erbesünde), reichen unsere eigenen Bestrebungen nicht aus! Und genau DESHALB ist Jesus auf die Welt gekommen: Um all diese Schuld auf Sich zu nehmen, damit wir wieder rein zu Ihm kommen können – und in Ewigkeit bei Ihm bleiben können.

Das mag sich jetzt alles etwas „hart“ angehört haben, in einer gewissen Weise ist es das auch, aber eben auf eine positive Weise: Hintergrund ist folgender: Jede Seele, die bei Gott sein will, kann und WILL NICHT unrein vor ihn treten. Deshalb entscheidet sich diese auch vor Gott für oder gegen ihn. Seelen welche nur mit einer leichten Sünde (oder auch lässlichen Sünde) beladen sind, bedürfen deshalb der Reinigung. Und deshalb gibt es das Fegefeuer (welches als Reinigungsstätte verstanden werden muss).
Ist es nicht klasse, dass Gott so barmherzig ist?!?

Bildquelle: pixabay.com (Es zeigt die Castell de Capdepera, CC0-Lizenz)

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6 thoughts on “Erlöst? Von was??

  1. Jesus hat uns von der Erbsünde erlöst, mit der Adam und Eva bestraft wurden und ihre Nachkommen, die zum Zeitpunkt der Tat gar nicht existierten und somit gar nicht dafür verantwortlich waren. Die Beziehung zwischen Gott und den Nachkommen der ersten beiden Menschen war also gar nicht verletzt. Jesus, hat in Bezug auf die Erbsünde der Nachkommen, also nur eine Schuld auf sich genommen, die gar nicht vorhanden war und wenn doch dan ungerechtfertigt. Jesus hat also nur eine Fehler korregiert.
    Schwere Sünden können Menschen noch immer begehen, wenn also Jesus die Schuld schon auf sich genommen hat, dann sind die schweren Sünden gar keine schweren Sünden mehr, eine Sünde die keine Schuld verursacht ist eine merkwürdige Vorstellung.

    1. Hallo Thomas,

      vielen Dank für deine Zeilen und dein Interesse an dieser Frage! Zugegebenermaßen ist das Thema der Erbsünde nicht ganz einfach für „Außenstehende“ zu verstehen, doch wird es als eine „wesentliche Glaubenswahrheit“ betrachtet.

      Kurz: Die Ursünde oder Erbsünde ist über alle Nachkommen von Adam und Eva gekommen, auch der noch nicht Geborenen. Somit ist, und hier muss ich dir leider widersprechen, das Verhältnis zu Gott auch für diese Menschen von Grund auf verletzt.
      Ich denke der KKK (der Kathechismus der Katholischen Kirche) äußert sich sehr verständlich zu diesem Thema. Der KKK im Wortlaut:

      Die Erbsünde – eine wesentliche Glaubenswahrheit

      388 Mit dem Fortschreiten der Offenbarung wird auch die Wirklichkeit der Sünde erhellt. Obwohl das Gottesvolk des Alten Bundes im Licht der im Buche Genesis erzählten Geschichte vom Sündenfall die menschliche Daseinsverfassung irgendwie erkannte, konnte es den letzten Sinn dieser Geschichte nicht erfassen; dieser tritt erst im Licht des Todes und der Auferstehung Jesu Christi zutage [Vgl. Röm 5, 12-21.]. Man muß Christus als den Quell der Gnade kennen, um Adam als den Quell der Sünde zu erkennen. Der Heilige Geist, den der auferstandene Christus uns sendet, ist gekommen, um ,,die Welt der Sünde zu überführen“ (Joh 16,8), indem er den offenbart, der von der Sünde erlöst.

      389 Die Lehre von der Erbsünde [oder Ursünde] ist gewissermaßen die ,,Kehrseite“ der frohen Botschaft, daß Jesus der Retter aller Menschen ist, daß alle des Heils bedürfen und daß das Heil dank Christus allen angeboten wird. Die Kirche, die den ,,Sinn Christi“ [Vgl. 1 Kor 2,16.] hat, ist sich klar bewußt, daß man nicht an der Offenbarung der Erbsünde rühren kann, ohne das Mysterium Christi anzutasten.
      (Weitere Infos gibt es auf dem obigen Link zu vatican.va)

      Gerechtfertigt ist diese Schuld durchaus, da Adam als Vertreter für die Menschheit diese Sünde begangen hat. Wie eben auch in einem Unternehmen die Geschäftsleitung die Entscheidungen fällt, die über die Zukunft entscheiden (und andere davon profitieren oder aber auch Schaden hinnehmen müssen), so verhält es sich auch bei uns Menschen im Verhältnis zu Gott. Man sieht: Gott bedient sich sehr gerne sogenannter „Mittler“ (für das Seelenheil: die Heiligen).
      Und nun das weitere von deinem Punkt: Wir glauben, dass Gott die Sünde nur dann hinwegnimmt, wenn wir Reue haben, uns bessern wollen und einen Akt der Wiedergutmachung leisten. Das wäre ansonsten so, als wenn Gott dich gegen deinen Willen erlöst: Wenn du eine Sünde begehst, beleidigst du Gott. Wenn du Gefallen an deiner Sünde hast und nicht bereust, dann muss Gott diesen WIllen akzeptieren (Gott hat uns einen freien Willen geschenkt). Deshalb heißt es im Hochgebet strenggenommen auch „pro multis“ (Wortlaut: „Das ist der Kelch des neues und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“). Jesus hat jeden erlöst, der seine Barmherzigkeit annimmt.

      Ich gebe zu, dass diese Dinge alle ganz eng zusammen hängen und deshalb nicht ganz leicht zu verstehen sind.
      Ich hoffe ich konnte dir trotzdem ein wenig helfen! 🙂
      Joe

      1. Der Vergleich Adams mit der Geschäftsleitung eines Unternehmen funktioniert nicht, weil z.B. die Eigentümer des Unternehmens die Geschäftsleitung bewusst einsetzten, das ist ein rechtlich geregelter Vorgang. Die Eigentümer geben eine Willenserklärung ab, die klar definierte Anforderungen erfüllen muss und die neue Geschäftsleitung muss ihrerseits eine Willenserklärung abgeben, das sie die Verantwortung übernehmen will. Die Nachfahren Adams und Evas hatten nie die Möglichkeit zu entscheiden ob Adam ihr Stellvertreter wird. Und es gibt auch keine Hinweise in der Bibel, das Adam sich bewusst war, das er die Rolle des Stellvertreters der Menschheit einnimmt.
        Die Begründung der Erbsünde, im zitierten Abschnitt 389 des Katechismus, das eine in Frage Stellung der Erbsünde das Mysterium Christi antasten würde, ist unsinnig. Die RKK kann gar nicht wissen ob das Mysterium wirklich berührt wird, denn das Merkmal eines Mysteriums ist das man es gar nicht erfassen und verstehen kann, wie soll dann beurteilt werden, das es berührt wird. Im Abschnitt 388 wird nicht mal versucht zu Begründen, warum Adam Quell der Sünde sein soll.
        Aus meiner Sicht ist es außerdem ungerecht, der Menschheit eine Schuld aufzuladen, bloß damit ein Mysterium erhalten bleibt. Ebenso ist es grundsätzlich fragwürdig die Menschheit für die Sünde eines Individuums zu bestrafen, das gar nicht fähig war die Tragweite seines Handelns zu beurteilen. Vor dem Essen vom Baum der Erkenntnis, war Adam gar nicht in der Lage zu beurteilen das er etwas Böses tut, zu dieser Erkenntnis ist er erst durch das Essens der verbotenen Frucht befähigt worden.
        Deine Ausführungen zur Vergebung von Sünden, erklären nicht warum Jesus Tod nötig war, weil du schreibst nur das der Sünder Reue zeigen muss.

      2. Hallo Thomas!

        Ehrlich gesagt habe ich den Vergleich mit der Geschäftsführung nach deiner Ausführung also noch zutreffender empfunden als zunächst gedacht (im letzten wird dieser Vergleich natürlich immer scheitern, da es nur ein „Bild“ und nicht die „Realität“ ist). Leider habe ich nicht sehr viel Zeit dir ausführlich zu antworten, deshalb halte ich die Sache kurz.

        Zunächst einmal hat auch Gott den Menschen bewusst „eingesetzt“ – und den Menschen den freien Willen geschenkt. Somit war und ist der Mensch in der Lage, Gutes zu tun (=Gottes Willen zu tun) aber auch Schlechtes (siehe dazu Gibt es Gott wirklich?). Zu Sündigen ist somit immer der bewusste „Vertragsbruch“. Und da es ein konkretes Verbot Gottes war vom Baum der Erkenntnis zu essen, war es Adam und Eva bewusst, dass die erste Sünde ein solcher „Vertragsbruch“ war.

        Und „Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“ wie man selbst im Volksmund sagt. Ein Manager der gegen das Unternehmen handelt kennt die unmittelbaren und möglichen Folgen auch nicht ins Detail. Dennoch ist jedem bewusst, dass solche (der Gerechtigkeit halber) folgen sollten. Und wir sagen ja auch: Gott ist gerecht. So gesehen ist, so denke ich, der Vergleich mit einem Unternehmen nicht ganz unpassend.

        Und nun zum Katechismus der katholischen Kirche: Bitte entschuldige nun diese harten Worte; bitte lese sie mit Bedacht: Mit welcher Autorität kannst du sagen, dass deine Aussage die Wahrheit ist? Die Kirche hat Autorität durch Jesus persönlich zugesprochen bekommen (z.B. Matthäus 18:18), deshalb sollten wir hier, so glaube ich, Aussagen von dieser höchsten Respekt entgegenbringen – und wirklich nur dann widersprechen wenn handfeste Gründe da sind. Andere Menschen aber durch solche Aussagen zu verunsichern halte ich für sehr unklug!

        Übrigens kann man gewissen Sachen einem Mysterium zuordnen, hier sehe ich kein Problem. Viele Dinge können wir noch nicht verstehen, dürfen aber im Laufe der Jahrhunderte die Bedeutung immer mehr erfahren. Hier in die Tiefe zu gehen ist der wahre Fortschritt in der Kirche.
        Nebenbei sei noch erwähnt, dass durchaus eine Antwort auf einige deiner Fragen (wenn auch indirekt) in den Zeilen des KKK gegeben sind. Ich empfehle dir, diese Dinge noch einmal zu lesen und unverständlichen Stellen nachzugehen. Ich finde es jedoch SEHR LOBENSWERT dass du dir überhaupt die Mühe machst, diese Stellen zu lesen! „Wer suchet der findet“ (vgl. Matthäus 7:8)

        Was deinen letzten Satz betrifft müsste ich viel weiter ausholen, und würde doch noch nicht zu einem Ende kommen. Aber ich bin überzeugt: Das Johannesevangelium kann bei diesem Mysterium ein wenig Aufschluss geben.

        Ich weiß leider nicht, ob ich bei weiteren Fragen so darauf eingehen kann, da ich bald in meine Klausurphase komme. Ich werde Antworten zunächst auch nicht unkommentiert veröffentlichen, da ich befürchte, dass dies „Suchende“ verunsichern könnte. Ich bin aber sehr dankbar für jede neue Fragestellung (denn man lernt ja auch selbst dabei und kann so im Glauben wachsen)!
        keep it up!
        Joe

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